Telefonieren im EU-Ausland - WLAN-Calling als Kostenfalle

Mit WLAN-Calling hat sich eine Technik etabliert, die den nahtlosen Übergang zwischen klassischer Telefonie per Mobilfunk und WLAN gewährleistet. Im Ausland gilt es jedoch aufzupassen. Für das WLAN-Calling können hier mitunter zusätzliche Kosten anfallen.

 

Die meisten dürften es aus eigener Erfahrung kennen: Nicht immer ist die Mobilfunkverbindung in Gebäuden so, wie man sich das wünscht. Das gilt vor allem für Tiefgaragen, Einkaufszentren oder ähnlich große Gebäudekomplexe. Auch deshalb hat sich mit WLAN-Calling eine Technik etabliert, die den nahtlosen Übergang zwischen klassischer Telefonie per Mobilfunk und WLAN gewährleistet.

 

Ist das Smartphone auch über WLAN mit dem Internet verbunden, kann es dabei automatisch zwischen beiden Techniken hin und her wechseln. Voraussetzung ist, dass das Mobilgerät am jeweiligen Standort per LTE eingebucht ist. WLAN-Calling wird mittlerweile von einer ganzen Reihe von Smartphones und Mobilfunktarifen unterstützt.

 

Foto: JKstock / Adobe
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Neben den Vorteilen, dass man auch im Funkloch telefonieren kann und die Verbindungsqualität oftmals besser ist, profitiert man außerhalb der EU zusätzlich von einem Kostenvorteil. Ruft man aus dem Nicht-EU-Ausland nach Deutschland an, wird das Gespräch über WLAN nämlich wie ein inländisches abgerechnet. Wer also ohnehin eine Telefonflatrate gebucht hat, zahlt gar nichts extra. Ohne Flatrate wird es zumindest sehr viel günstiger, weil gewöhnliche „Welt-Gespräche“ oft über einen Euro pro Minute kosten.

 

Trotzdem gilt es im Ausland aufzupassen, nämlich innerhalb der Europäischen Union. Denn in der EU beziehungsweise im Europäischen Wirtschaftsraum mit Liechtenstein, Norwegen und Island gilt mittlerweile das „Roam like at home“-Prinzip. Danach können Sie das Telefon so nutzen, als seien Sie zu Hause: also ohne zusätzliche Gebühren telefonieren, SMS senden und im Internet surfen.

 

Das allerdings gilt nur für das Mobilfunknetz, nicht jedoch für WLAN-Calling. Solche Telefonate fallen nicht unter die EU-Roaming-Verordnung, sodass die Provider zusätzliche Kosten berechnen dürfen – und dies auch tun. Um diese zu vermeiden, deaktivieren Sie schon vor der Ausreise aus der Schweiz die WLAN-Calling-Option entweder beim Provider oder in den Einstellungen Ihres Smartphones. (Computerwoche)

 

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